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Hilfe für deutsche Staatsangehörige

Rettungsring an einer Wand

Rettungsring, © colourbox.de

23.05.2019 - Artikel

Allgemeine Hinweise

Die Konsularbeamten der Auslandsvertretungen in Kasachstan gewähren Deutschen im Ausland. Die Hilfsmöglichkeiten enden dort, wo eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Gastlandes beginnt. Daher können die Konsularbeamten in manchen Fällen nicht in dem Maße helfen, wie man es von einer Behörde innerhalb Deutschlands erwarten könnte.

Außerhalb der Öffnungszeiten ist für konsularische Notfälle ein Bereitschaftsdienst eingerichtet:

Den deutschsprachigen Bereitschaftsdienst erreichen Sie unter der Telefonnummer +7 701 7680662, den russischsprachigen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer +7 701 2208053.

Die Rufbereitschaft ist für hilfsbedürftige Deutsche in Notlagen bestimmt und gilt zentral für Kasachstan. Unter dieser Nummer können keine Auskünfte zu laufenden Verfahren (Visa, Pässe, etc.) erteilt werden!

Bitte beachten Sie die landesspezifischen Sicherheitshinweise, die Sie den Reise- und Sicherheitshinweise für Kasachstan entnehmen können.

Vorsorge und Hilfsmöglichkeiten

Welche Vorkehrungen können Sie vor Reiseantritt treffen?

Prüfen Sie die Gültigkeitsdauer Ihrer Reisedokumente.

Fertigen Sie sicherheitshalber Kopien Ihrer Reisedokumente (Pass, Personalausweis, Visum) an und führen diese getrennt von den Originalen mit sich. So können Sie sich gegenüber der Botschaft und dem Generalkonsulat zur Not ausweisen, sollten Ihnen die Originaldokumente abhandenkommen.

Notieren Sie sich Ihre Konto-, Kredit- und Scheckkartennummern sowie die Telefonnummern Ihrer Bank und Kreditkartenbüros, damit Sie bei Verlust oder Diebstahl sofort eine Sperrung veranlassen können.

Schließen Sie unbedingt eine Auslandskrankenversicherung einschließlich Rückholversicherung ab.

Was kann und darf eine Auslandsvertretung tun?

Ihnen bei Passverlust einen Reiseausweis zur Rückkehr in das Bundesgebiet ausstellen

Ihnen bei Geldverlust Kontaktmöglichkeiten mit Verwandten oder Freunden zu Hause vermitteln

Ihnen schnelle Überweisungswege aufzeigen

Ihnen in besonders gelagerten Einzelfällen bis zum Eingang der Geldüberweisung aus der Heimat ein Überbrückungsgeld auszahlen, das selbstverständlich zurückzuzahlen ist

wenn alle eigenen Hilfsmöglichkeiten erfolglos ausgeschöpft wurden, Ihnen eine zurückzuzahlende Hilfe zur Rückkehr nach Deutschland gewähren

Ihnen bei Bedarf einen vertrauenswürdigen Anwalt, Arzt/ Facharzt, Dolmetscher/ Übersetzer vor Ort benennen

im Falle einer Festnahme auf Wunsch die anwaltliche Vertretung sicherstellen und Ihre Angehörigen unterrichten

beim Tod eines deutschen Staatsangehörigen die Benachrichtigung der Hinterbliebenen veranlassen und bei der Erledigung der Formalitäten vor Ort behilflich sein

Was kann oder darf eine Auslandsvertretung nicht tun?

Führerscheinersatzpapiere ausstellen

Ihre offenen Hotelschulden, Bußgelder, Krankenhauskosten bezahlen

Ihnen bei Geldverlust die Fortsetzung des Urlaubs finanzieren

in laufende Gerichtsverfahren für Sie eingreifen oder örtlichen Behörden Weisungen erteilen

für Sie anwaltliche Tätigkeiten wahrnehmen oder Sie vor Gerichten vertreten

als Filiale von Reisebüros, Krankenkassen oder Banken tätig werden

die extrem hohen Kosten einer Such- und Rettungsaktion übernehmen

Überführungskosten bei Todesfällen verauslagen

Passverlust und Überziehung des Visums

Bei Verlust Ihres Reisepasses mitsamt dem Visum für Kasachstan kann Ihnen die deutsche Botschaft in Nur-Sultan oder das Deutsche Generalkonsulat in Almaty einen „Reiseausweis als Passersatz“ ausstellen. Nach Erteilung eines Ausreisevisums durch die kasachischen Behörden können Sie Ihre Heimreise problemlos antreten.

Sobald Sie den Verlust Ihres deutschen Reisepasses reg stieren, sollten Sie den Verlust bei der nächstgelegenen Dienststelle der kasachischen Polizei melden. Dort erhalten Sie eine Bescheinigung über die Meldung des Verlusts.

Mit dieser Bescheinigung kommen Sie zu der für Sie zuständigen deutschen Auslandsvertretung. Hier kann Ihnen ein „Reiseausweis als Passersatz“, der nur zur Rückkehr nach Deutschland berechtigt, ausgestellt werden. Voraussetzung ist, dass Sie Ihre Identität durch Vorlage geeigneter deutscher Dokumente belegen können. Notfalls muss eine Rückfrage beim zuständigen deutschen Einwohnermeldeamt erfolgen. Bitte bringen Sie zur Beantragung neben der Verlustanzeige und einem Identitätsnachweis (z.B. Personalausweis) auch zwei Passfotos mit. Das Antragsformular für den Reiseausweis erhalten Sie online oder direkt in der Auslandsvertretung.

Mit dem Reiseausweis und der Verlustbescheinigung der Polizei erhalten Sie bei der zuständigen Migrationspolizei ein Ausreisevisum für Kasachstan, mit welchem Sie anschließend Ihre Rückreise nach Deutschland antreten können.

Sollten Sie Ihren Pass nicht verloren haben, aber Ihr Visum überzogen, müssen Sie grundsätzlich ein Ausreisevisum beantragen. Dafür ist die jeweilige, örtliche Migrationspolizeistelle zuständig. Versuchen Sie in diesem Fall nicht mit dem abgelaufenen Visum auszureisen, da dies zu einer Haftstrafe führen könnte. Der Aufenthalt in Kasachstan ohne gültigen Aufenthaltstitel wird mit bis zu zehn Tagen Freiheitsentzug geahndet.

Bitte beachten Sie, dass die zuständige deutsche Auslandsvertretung Ihnen keinen Dolmetscher vor Vorsprache bei den kasachischen Behörden zur Verfügung stellen können. Hier finden Sie eine Liste der Dolmetscher, mit denen die deutschen Auslandsvertretungen in Kasachstan regelmäßig zusammenarbeitet.

Personalausweisverlust

Bei Verlust Ihres Personalausweises und eingeschalteter Online-Ausweisfunktion, müssen Sie Ihren Personalausweis unverzüglich sperren lassen. Die Sperrung stellt sicher, dass jeder Missbrauchsversuch sofort erkannt wird.

Alle ab Juli 2017 ausgestellten Personalausweise für Personen über 16 Jahren verfügen automatisch über eine Online-Ausweisfunktion, davor ausgestellte Ausweise nur dann, wenn Sie die Funktion gesondert aktiviert hatten.

Am einfachsten ist das Sperren über die telefonische Sperrhotline. Diese ist an 7 Tagen die Woche rund um die Uhr unter der Rufnummer +49-116 116 oder +49-30-40 50 40 50 erreichbar (kostenfrei aus dem deutschen Festnetz sowie den deutschen Mobilfunknetzen; kostenpflichtig aus dem Ausland).

Bitte halten Sie für den Anruf Ihr Sperrkennwort bereit, das Ihnen im PIN-Brief mitgeteilt wurde.

Wenn Sie die Online-Ausweisfunktion über den Sperrnotruf sperren lassen, müssen Sie in jedem Fall auch die für Sie zuständige Auslandsvertretung über den Verlust Ihres Ausweises informieren.

Sie können das Sperren auch direkt in Ihrer zuständigen Personalausweisbehörde veranlassen. Die Personalausweisbehörden in Deutschland finden Sie unter www.behoerdenfinder.de Dies kann persönlich oder telefonisch geschehen.

 Wenn Sie Ihren Ausweis wieder finden, können Sie die Sperrung in Ihrer Personalausweisbehörde (www.behoerdenfinder.de) oder bei der für Sie zuständigen Auslandsvertretung aufheben lassen. Hierzu ist eine persönliche Vorsprache unbedingt erforderlich.

Die Personalausweisbehörde veranlasst dann sofort das Entsperren und informiert die Polizei darüber, dass der Personalausweis wiedergefunden wurde.

Kein Bargeld? Kreditkarten gestohlen?

Sperren Sie Ihre EC- und Kreditkarten

Bei Verlust Ihrer EC-Karte oder Ihrer Kreditkarte, sollten Sie diese unverzüglich sperren lassen. Die Telefonnummer der zentralen Anlaufstelle zur Sperrung elektronischer Berechtigungen lautet: +49-116 116

Alternativ ist der Sperr-Notruf auch unter der Berliner Nummer +49-30-4050 4050 erreichbar.

Eine Sperrung ist auch über ff. Rufnummern möglich:

American Express:          +49 - 69 – 9797 – 2000

MasterCard:                      Zentrale Sperrannahme MC Deutschland: 0800 819 1040

                                               aus anderen Ländern: +1 - 636 722 7111

Visa:                                     Infos unter: https://www.visaeurope.com/lost-your-card

                                               Innerhalb Deutschlands: 0800 811 8440

Diners Club:                       +49 - 69 900 150 135 oder 136

VR-BankCard:                   +49 - 1805 021 021

Lassen Sie sich aus Deutschland Geld nach Kasachstan schicken

Bei Geldverlust oder sonstigen finanziellen Schwierigkeiten im Ausland bieten die Überweisungssysteme bspw. von Western Union und MoneyGram eine schnelle und zuverlässige Möglichkeit, Geld in über 200 Länder zu transferieren.

Einer Ihrer Verwandten oder Bekannten in Deutschland kann den von Ihnen gewünschten Betrag zum Beispiel bei „Western Union“ oder „Moneygram“ einzahlen. Es dauert dann meist nur wenige Stunden, bis Sie das Geld in Kasachstan bei einer „Western Union“- oder „Moneygram“-Filiale in Empfang nehmen können. Die Auszahlungsstellen können im Internet unter www.westernunion.com bzw. moneygram.com abgerufen werden. Das Geld steht jeweils im ganzen Land zur Verfügung.

Die Überweisung über Western Union ist auch an allen Geschäftsstellen der ReiseBank AG möglich. Die ReiseBank AG ist in Deutschland an fast allen großen Bahnhöfen, Flughäfen und Grenzübergängen bzw. Fährhäfen vorzufinden. Die Filialen sind meist 7 Tage in der Woche in der Regel zwischen 08.00 und 20.00 Uhr geöffnet.
Ebenso kann der Postbank-Service der Postämter genutzt werden. Die Postbank wickelt den Transfer nicht über die Reisebank ab, sondern direkt mit den Western Union-Agenten im betreffenden Land. Einzahler/innen bei der ReiseBank oder Postbank werden über mögliche Auszahlungsstellen informiert.

Wenn Sie keinen Angehörigen, Freund, Arbeitskollegen o.ä. erreichen können, besteht auch die Möglichkeit, Ihre Bank an Ihrem Wohnort anzurufen und diese zu bitten, von Ihrem deutschen Konto per Western Union einen vereinbarten Betrag zu überweisen. Das setzt natürlich voraus, dass Sie sich Ihrer Bank gegenüber am Telefon legitimieren können.

Die Voraussetzungen für die Auszahlung sind unterschiedlich und richten sich nach den nationalen Bankbestimmungen der jeweiligen Länder. In der Regel wird bei der Auszahlung die Vorlage eines Ausweises verlangt. In einigen Ländern ist die Auszahlung nach Beantwortung einer Testfrage, die die/der Einzahlende vorher festlegt, möglich.

Bei offenen Fragen kontaktieren Sie bitte den jeweiligen Anbieter unter den unten aufgeführten Kontaktmöglichkeiten direkt.

Western Union:

Hotline innerhalb DEU zu Onlinetransaktionen: 0800 181 17 97 (täglich 8- 23 Uhr)

Hotline außerhalb DEU zu Onlinetransaktionen: +32 (0) 2 639 71 07

Auskünfte in Deutsch und Englisch: +49 (0) 69-8509 8373 (Mo-Fr 8-20 Uhr)

Internet: www.westernunion.de

ReiseBank:

Hotline: +49 (0) 69 9788 07650

ReiseBank Frankfurt/Main Hbf: +49 (0) 69 2427 8591 (täglich 7:30-21 Uhr)

Internet: www.reisebank.de

Moneygram:

Internet: www.moneygram.com

Krankheit/Unfall

Die medizinische Versorgung in Kasachstan entspricht vielerorts nicht dem europäischen Standard. Leichte Erkrankungen können in den größeren Städten des Landes behandelt werden. Inzwischen gibt es vor allem in Almaty und Nur-Sultan vereinzelt kleinere Kliniken mit internationalem Standard (SOS International, IMC, Interteach). Schwerere oder absehbar längere Krankheiten sollte man in Deutschland behandeln lassen. Insbesondere wenn Sie sich für längere Zeit in ländlichen Regionen Kasachstans aufhalten wollen, sollten Sie eine Reiserückholversicherung bei einem Luftrettungsunternehmen abschließen.

Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise nach Kasachstan zu überprüfen und zu vervollständigen, siehe www.rki.de (Verlinkung). Dazu gehören, auch für Erwachsene, die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Polio, ggf. auch gegen Keuchhusten (Pertussis), Mumps, Masern, Röteln, Influenza (Risikogruppen) und Pneumokokken (über 60-Jährige). Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Typhus, FSME und Tollwut empfohlen.

Das Leitungswasser in Kasachstan hat in der Regel keine Trinkwasserqualität. Zum Trinken sollte es gefiltert und abgekocht, oder auf Mineralwasser in Flaschen zurückgegriffen werden. Bei Reisen ins Landesinnere sind Einschränkungen des hygienischen Standards einzukalkulieren.

Die Ausstattung der Apotheken in Kasachstan entspricht nicht europäischem Standard, jedoch sind in der Regel ausreichend Medikamente zur Behandlung unkomplizierter Krankheiten vorhanden. Viele in Deutschland handelsübliche Medikamente sind auch in den großen Städten Kasachstans wie Nur-Sultan, Almaty und evtl. den Oblasthauptstädten erhältlich. Insbesondere bei einem Aufenthalt außerhalb von Städten kann es sinnvoll sein, eine Grundausstattung (Einwegspritzen, Antibiotika, Erkältungs-, Grippe-, Desinfektions-und Durchfallmittel für den eigenen Bedarf sowie Medikamente für Säuglinge/Kleinkinder) mitzubringen. Regelmäßig benötigte Medikamente - in für die Aufenthaltsdauer ausreichender Menge - sollten Sie mit sich führen. Lassen Sie sich dafür eine entsprechende Bescheinigung Ihres Hausarztes ausstellen, um Probleme mit dem Zoll bei der Einreise zu vermeiden.

Dieses Merkblatt enthält eine Übersicht über die medizinischen Einrichtungen in Nur-Sultan und Almaty. Bitte beachten Sie: Die Angaben, insbesondere die Benennung der medizinischen Einrichtungen, erfolgen unverbindlich und ohne Gewähr. Der Patient hat alle Kosten und Gebühren selbst zu tragen.

Festnahme

Die deutschen Auslandsvertretungen betreuen Inhaftierte bei einer Verhaftung im Ausland. Bitte beachten Sie, dass bei einer Straftat grundsätzlich das Recht am Ort der Straftat gilt. Neben der Frage, ob eine Straftat vorliegt, regelt das Ortsrecht auch das Strafmaß.

Im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe muss diese vor Ort angetreten werden. Hier gelten oft andere Haftbedingungen als in Deutschland. Es gibt internationale Mindeststandards, auf deren Einhaltung die deutschen Auslandsvertretungen achten.

Benachrichtigung der Botschaft

Die Behörden des Gastlandes sind verpflichtet, die deutsche Auslandsvertretung über die Verhaftung eines deutschen Staatsangehörigen zu informieren, sofern der oder die Verhaftete dies verlangt. Die Behörden müssen auch auf dieses Recht hinweisen. Bestehen Sie bei einer Verhaftung darauf, die nächstgelegene deutsche Auslandsvertretung informieren zu können. Die Botschaft Astana oder das Generalkonsulat Almaty nimmt dann schnellstmöglich Kontakt auf und informiert den Verhafteten über seine Rechte und Handlungsmöglichkeiten.

Kontakt mit der Botschaft

Der Konsularbeamte darf inhaftierte deutsche Staatsangehörige im Gefängnis besuchen und mit ihnen korrespondieren. Er vergewissert sich, welche Gründe für die Verhaftung vorliegen, ob die Behandlung korrekt ist und ob die Verpflegung und gesundheitliche Betreuung ausreichend sind. Auf Wunsch unterrichtet er Angehörige und leitet Geldüberweisungen für den Lebensunterhalt weiter.

Wie häufig Haftbesuche der Konsularbeamten möglich sind, hängt vom Einzelfall, aber auch von der Situation vor Ort ab.

Wer übernimmt die Verteidigung vor Gericht?

Im Ausland können Sie sich nur durch einen dort zugelassenen Rechtsanwalt vor Gericht vertreten lassen. Dies kann auch ein Pflichtverteidiger sein, der für seine Tätigkeit keine Gebühren verlangt. Falls Sie einen Pflichtverteidiger nicht für ausreichend halten, müssen Sie auf eigene Kosten einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl beauftragen. Hier finden Sie Listen von Rechtsanwälten in Kasachstan.

Die Botschaft oder das Konsulat wirkt auf ein rechtsstaatliches Verfahren hin, also insbesondere darauf, dass es einen Verteidiger gibt und dass das Strafverfahren nach rechtsstaatlichen Prinzipien verläuft. Sie sind aber nicht am Verfahren beteiligt und können grundsätzlich keinen Einfluss auf das Verfahren nehmen.

Kein Recht auf Betreuung bei Doppelstaatern

Wenn Sie Doppelstaater sind und neben der deutschen die kasachische Staatsangehörigkeit besitzen, ist die konsularische Hilfe - wenn überhaupt - nur eingeschränkt möglich. Die kasachischen Behörden betrachten Sie dann als ihren eigenen Staatsbürger und sind völkerrechtlich nicht verpflichtet, die konsularische Betreuung durch die deutsche Auslandsvertretung zuzulassen.

Todesfall

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige praktische Hinweise geben, die Ihnen einen ersten Überblick bei Sterbefällen von Deutschen in Kasachstan verschaffen sollen. Für ergänzende Auskünfte und offene Fragen steht Ihnen die Botschaft Nur-Sultan und das Generalkonsulat Almaty selbstverständlich auch telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

Benachrichtigung über den Todesfall

Von einem Todesfall im Ausland werden die Angehörigen in Deutschland oft durch Mitreisende oder den Reiseveranstalter informiert. Soweit dies noch nicht geschehen ist und die örtlichen Behörden die deutsche Auslandsvertretung hierüber unterrichten, wird diese so rasch wie möglich die deutsche Polizei um Verständigung der Angehörigen in Deutschland bitten.

Eine direkte telefonische Benachrichtigung der Angehörigen über den Tod durch den Konsularbeamten kommt aus grundsätzlichen Erwägungen nur in seltenen Ausnahmefällen in Betracht.

Kostenübernahme

Wenn der/die Verstorbene sich vor dem Auslandsaufhalt für den Sterbefall versichert hat, übernimmt die Versicherung entweder die Kosten für eine Bestattung in Kasachstan oder für den Rücktransport des Leichnams bzw. der Urne nach Deutschland zu den jeweils geltenden Versicherungsbedingungen. Hierzu beauftragt die Versicherungsgesellschaft ein Bestattungsunternehmen.

Als Angehörige müssen Sie jedoch der Versicherung mitteilen, welche Wünsche Sie betreffend einer Überführung und/oder Bestattung haben. Gleichzeitig empfiehlt es sich, möglichst umgehend den zu erwartenden Umfang der Kostenübernahme mit dem Versicherer abzuklären.

Angehörige, die nicht auf einen Versicherer zurückgreifen können, müssen das Bestattungsinstitut eigenständig kontaktieren und den Auftrag zur Bestattung erteilen.

Die entstehenden Bestattungskosten werden im Regelfall von Ihnen getragen werden müssen. Es empfiehlt sich daher, sich in jedem Fall vor Auftragserteilung ein detailliertes Angebot vorlegen zu lassen, um den Kostenrahmen vorab einschätzen zu können.

Für eine Überführung und Beisetzung in Deutschland muss auch ein deutsches Bestattungsinstitut beauftragt werden. Sollten Sie eine Rückführung Ihrer/Ihres verstorbenen Angehörigen nach Deutschland wünschen, setzt sich das örtliche Bestattungsunternehmen in der Regel mit dem deutschen Bestattungsunternehmen in Verbindung und klärt mit diesem die Transportmodalitäten direkt ab. Auch hier empfiehlt es sich, vor Auftragserteilung ein detailliertes Gesamtangebot einzuholen, dass alle Kosten (inkl. der Kosten im Ausland, der Überführung und der Beisetzung in Deutschland) enthält.

Bestattung und Überführung

Der Konsularbeamte berät auf Wunsch zur Überführung oder einer Bestattung vor Ort und kann örtliche Bestattungsunternehmen benennen. Durch die Botschaft Nur-Sultan oder das Generalkonsulat Almaty werden ebenso Leichenpässe bzw. Urnenbescheinigungen ausgestellt, wenn ein Sarg oder eine Urne nach Deutschland befördert werden soll. Eine Verauslagung von Überführungs- oder Bestattungskosten aus öffentlichen Mitteln ist jedoch nicht möglich.

Eine Sargüberführung innerhalb Deutschlands darf nach den geltenden bestattungsrechtlichen Vorschriften nur von einem Bestattungsunternehmen vorgenommen werden.

Im Gegensatz dazu bedarf es in Deutschland für den Transport einer Urne nicht unbedingt der Einschaltung eines Bestattungsunternehmens. Die Ankunft der Urne ist jedoch der Friedhofsverwaltung anzukündigen. Einzelheiten zur Bestattung und hierfür benötigte Dokumente und Beauftragungen sollten vorab mit den betroffenen Stellen in Deutschland abgesprochen werden. Bitte beachten Sie, dass eine Einäscherung in Kasachstan nicht möglich ist.

Leichenpass

Für die Überführung einer Leiche von Kasachstan nach Deutschland sind folgende Unterlagen vorzulegen:

Pass des/der Verstorbenen bzw. beglaubigte Kopie

Original der kasachischen Sterbeurkunde mit Apostille

Todesbescheinigung des Krankenhaus, sofern die Todesursache nicht in der kasachischen Sterbeurkunde vermerkt ist

Bescheinigung der Gerichtsmedizin, dass der/die Verstorbene an keinen ansteckenden Krankheiten litt

Bestätigung des hiesigen Bestattungsunternehmens über die ordnungsgemäße Einbalsamierung

Bestätigung des hiesigen Bestattungsunternehmens über die Einsargung in einem Zinksarg („Lötbescheinigung“)

Auftragsbestätigung eines deutschen Bestattungsunternehmens unter Angabe seiner Adresse und der Anschrift des Friedhofs

Flugbuchung für den Transport des Leichnams

Gebühr für die Ausstellung des Leichenpasses: 25 Euro, zahlbar in KZT in bar zum jeweils aktuellen Wechselkurs (ca. 12 500 KZT)

Urnenbescheinigung

Folgende Dokumente werden zur Urnenbescheinigung benötigt (Original oder beglaubigte Kopie):

Pass des/der Verstorbenen bzw. beglaubigte Kopie

Original der kasachischen Sterbeurkunde mit Apostille

Todesbescheinigung des Krankenhaus, sofern die Todesursache nicht in der kasachischen Sterbeurkunde vermerkt ist

Bestätigung des hiesigen Bestattungsinstitutes über die Einäscherung sowie Bestätigung, dass die Urne die Asche der verstorbenen Person enthält (Urne sollte versiegelt und nummeriert sein)

Auftragsbestätigung des deutschen Bestattungsunternehmens unter Angabe seiner Adresse und der Anschrift des Friedhofs

Gebühr für die Ausstellung der Urnenbescheinigung: 25 Euro, zahlbar in KZT in bar zum jeweils aktuellen Wechselkurs (ca. 12 500 KZT)

Bitte bedenken Sie, dass die Botschaft Nur-Sultan oder das Generalkonsulat Almaty für die Formalitäten keinen Dolmetscher und keine Begleitperson zur Verfügung stellen kann. Es wird deshalb dringend angeraten, ein Bestattungsunternehmen mit Russisch sprechenden Mitarbeitern zu beauftragen.

Krisenvorsorgeliste (ELEFAND)

Alle Deutschen, die - auch nur vorübergehend - im Amtsbezirk der Vertretung leben, können in eine Krisenvorsorgeliste ELEFAND („Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland“) aufgenommen werden.

Bei der Eintragung in die Deutschenliste handelt es sich um eine freiwillige Maßnahme. Das Auswärtige Amt rät, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, damit die Auslandsvertretungen vor Ort – falls erforderlich – in Krisen- und sonstigen Ausnahmesituationen mit den Deutschen in ihrem Amtsbezirk schnell Verbindung aufnehmen können.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über die in der Liste zu hinterlegenden E-Mail-Adressen z.B. auf anstehende Bundestagswahlen und Wahlen zum Europäischen Parlament hinzuweisen oder sonstige konsularische Hinweise zu übermitteln.

Sie werden künftig automatisch in regelmäßigen Abständen aufgefordert werden, Ihre Angaben zu bestätigen bzw. zu aktualisieren. Damit sollen Vollständigkeit und Aktualität der Registrierungen sichergestellt werden. Bitte beantworten Sie die Ihnen automatisch zugehenden Aufforderungen deshalb im eigenen Interesse.

Link zur Krisenvorsorgeliste (ELEFAND) hier.

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