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Kultur und Bildung

09.11.2017 - Artikel

Stand: Oktober 2017

Bildungspolitik

Kasachstan verfolgt ein ambitioniertes bildungspolitisches Programm, das die Ausbildung von der Schule bis zu den Universitäten sowie die Fortbildung in Kasachstan verbessern soll. 
DEU unterstützt diesen Reformprozess bilateral sowie über die EU u.a. mit Projekten zu Rechtsstaatsförderung, Stärkung der Zivilgesellschaft und Zusammenarbeit im Bildungssektor (berufliche Bildung, Austauschprogramme etc.).
In vielen Städten werden sogenannte Präsidentenschulen (Nazarbayev Intellectual Schools) gegründet, die Begabte fördern und die besten Absolventen der Nasarbajew-Universität in Astana zuführen sollen. Zur Qualitätssicherung werden eine Neukategorisierung der Hochschuleinrichtungen und obligatorische internationale Akkreditierungsverfahren eingeführt.
Wegen Qualitätsdefiziten an den eigenen Hochschulen, hat Kasachstan 1993 ein umfangreiches Auslands-Stipendienprogramm ('Bolaschak' = Zukunft) eingeführt. Mittlerweile werden in diesem Programm nur noch Master-Studien im Ausland gefördert. Ein Großteil der hierdurch frei gewordenen Mittel wird für die neue Nasarbajew-Universität in Astana eingesetzt, die eng mit Spitzenuniversitäten in den USA und Großbritannien kooperiert.

Deutsch als Fremdsprache

Deutsch hat zunehmend Schwierigkeiten, seine früher starke Stellung zu halten, und ist nur noch drittstärkste Fremdsprache nach Russisch oder Kasachisch (je nach Schul- oder Hochschulzweig) und Englisch. Hauptursache ist die flächendeckend eingeführte Dreisprachenpolitik (Russisch, Kasachisch und Englisch) an Schulen und Hochschulen. Englisch ist inzwischen Pflichtfach ab der ersten Schulklasse; Kasachisch ist auch für viele ethnische Kasachen eine Fremdsprache. Hinzu kommt Konkurrenz durch andere Fremdsprachen (insbesondere Chinesisch) und Auswanderung vieler Angehöriger der deutschen Minderheit. 
Die kasachische Sprache gewinnt auch im Bildungssektor an Bedeutung, hat aber das Russische als landesweite Hauptverkehrssprache noch nicht verdrängt. Die Bundesregierung und das Auswärtige Amt fördern den Bildungsaustausch und die deutsche Sprache in vielfältiger Form sowohl im Sekundär- als auch im Hochschulbereich. So wird zum Beispiel die 1999 in Almaty gegründete Deutsch-Kasachische Universität (DKU) vom DAAD mit ca.1 Mio. EUR pro Jahr gefördert.

Kultur

Mit Erlangung der Unabhängigkeit 1991 wurde die Frage nach der Rolle und der Bedeutung des kulturellen Erbes zentral für die Kulturpolitik des Landes. Die Entwicklung der nationalen Kultur ist ein Schwerpunkt der „Strategie – 2050“. Der staatliche Kulturbetrieb konzentriert sich auf das Vermitteln traditioneller, zumeist ethnisch-kasachischer Kulturinhalte. Im Musik- und Theaterbereich fördert der Staat die Beibehaltung sowohl der kasachischen als auch der europäischen Musik- und Theatertradition. Neben kasachischen und russischen Kulturinhalten sind auch westliche Popmusik und internationale Kinoproduktionen sehr beliebt. Internationale Künstler treten regelmäßig in Astana und Almaty auf. Das Spektrum des Kulturangebots ist breit. Aktuell versucht die kasachische Kulturindustrie auch weltweit Fuß zu fassen, bspw. mithilfe hochqualitativer Filmproduktionen. Zur Festigung des Status der kasachischen Kultur in der Welt sollen auch die internationalen Beziehungen ausgebaut werden, darunter über internationale Organisationen wie UNESCO, TURKSOY und ICOMOS. Astana soll Sitz des Eurasischen Rates für kulturelle Entwicklung der Seidenstraße werden. 

Medien

In Kasachstan wird eine Vielzahl kasachischer und russischer staatlicher und privater Fernseh- und Radiokanäle empfangen; dabei spielen russische Medien noch immer eine zentrale Rolle in Kasachstan und sind für die Mehrheit der Bevölkerung Hauptinformationsquelle. Der Printbereich ist weniger bedeutend. Im Internet gibt es ein breites, wachsendes Angebot. Der Großteil der Medien wird direkt oder indirekt staatlich finanziert- ca. 90 % der kasachischen Medien befinden sich unter direkter oder indirekter staatlicher Kontrolle. Dadurch kommt es häufig trotz verfassungsmäßig garantierter Pressefreiheit zu Selbstzensur.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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