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Öffentlicher Brief von Botschafter Dr. Klinner und Generalkonsulin Fr. Markert  an alle deutschen Staatsangehörigen in Kasachstan bezüglich SARS-CoV-2

17.03.2020 - Artikel

++Eilmeldung: Wie der Botschaft gerade bekannt geworden ist, hat die Kommission der Republik Kasachstan für den Notstand beschlossen, dass ab dem 19. März die Städte Nur-Sultan und Almaty unter Quarantäne gestellt werden. Der Botschaft liegen derzeit keine detaillierten Informationen vor, welche konkreten Maßnahmen geplant sind. Bewahren Sie Ruhe und registrieren Sie sich auf unserer Krisenvorsorgeliste, um laufende Informationen zu erhalten.++


Liebe Landsleute,

aufgrund aktueller Entwicklungen möchten wir uns nochmals an Sie wenden.

In den letzten Tagen sind in Kasachstan 27 Fälle von Corona-Virus-Infektionen bestätigt worden. Zur Prävention einer Epidemie im Land hat die kasachische Regierung mit Wirkung ab 16. März 2020 den Notstand ausgerufen und die Ein- und Ausreisebeschränkungen aus/nach Kasachstan weiter verschärft.

Nach dem aktuellen Kenntnisstand der Botschaft ist die Ausreise aus Kasachstan für ausländische Staatsangehörige, sofern es sich dabei nicht um Verdachtsfälle oder Kontaktpersonen von Infizierten handelt, weiterhin möglich.

Was die Einreise nach Kasachstan betrifft, so können nach aktuellem Stand ausländische Staatsangehörige dann nach Kasachstan einreisen, wenn sie Inhaber eines kasachischen Aufenthaltstitels sind oder wenn es sich bei ihnen um nahe Familienangehörige (Kinder, Eltern, Ehepartner) von in Kasachstan lebenden kasachischen Staatsangehörigen handelt.

Allerdings müssen Sie in einem solchen Fall mit Quarantänemaßnahmen bis hin zu einer Unterbringung in einer Quarantäneeinrichtung rechnen. Deutschland ist inzwischen durch die kasachische Regierung in die höchste Risikoklasse 1 a) eingeordnet worden. Sie können auch dann Quarantänemaßnahmen unterliegen, wenn Sie als mögliche Kontaktperson einer mit Corona-Virus infizierten Person identifiziert werden.

Bitte bedenken Sie, dass Sie in einem solchen Fall den Anweisungen der hiesigen Behörden Folge leisten müssen, andernfalls drohen Ihnen in Kasachstan strafrechtliche Folgen.

Möchten Sie aus Kasachstan ausreisen, kontaktieren Sie unbedingt vorab Ihre Fluglinie. Sie müssen weiterhin mit Verzögerungen, Flugausfällen und Umbuchungen im Flugverkehr rechnen. Nach gegenwärtigem Stand fliegt die Lufthansa nicht mehr und Air Astana mit einem ausgedünnten Flugplan nach Deutschland. Letzteres kann sich aber auch jederzeit ändern. Bedenken Sie weiterhin, dass auch andere Staaten derzeit die Einreise ausländischer Staatsangehöriger massiv einschränken.

Mit Wirkung ab heute, 17. März 2020, wird die EU im gesamten Schengen-Raum die Einreise ausländischer Staatsangehöriger erheblich beschränken. Eine so umfassende Einreisebeschränkung wird weitere Einschränkungen des Flugverkehrs nach sich ziehen. 

Können Sie aufgrund ausgefallener Flüge das Land nicht mehr verlassen, bevor Ihr Visum/Ihr visumfreier Aufenthalt abläuft, wenden Sie sich umgehend an die kasachische Migrationspolizei, um einen Aufenthaltstitel zu erhalten. Nach aktuellem Kenntnisstand der Botschaft ist der Notstand im Land ein ausreichender Grund für die Beantragung der Verlängerung/Erteilung des kasachischen Aufenthaltstitels. Die entsprechende gesetzliche Grundlage in englischer Übersetzung finden Sie hier (Punkt 2, Nr. 6)

Auch das gesellschaftliche Leben wird in den kommenden Wochen stark eingeschränkt sein. Die kasachische Regierung fordert die Bevölkerung, wo möglich, zu erhöhter sozialer Distanz auf.

Die Botschaft und das Generalkonsulat folgen dieser Aufforderung im Sinne des Eigenschutzes und des Schutzes der Öffentlichkeit. Aus diesem Grund werden beide Vertretungen in den nächsten Wochen mit reduzierter Belegung arbeiten.

Unsere Erreichbarkeit wird dadurch jedoch nicht eingeschränkt: Sie erreichen die Botschaft nach wie vor zu den Dienstzeiten unter der +7 7172 791 200 und das Generalkonsulat in Almaty unter der +7 727 262 83 41. Außerhalb der Dienstzeiten erreichen Sie uns in Notfällen unter +7 701 7680662 (deutschsprachig) und +7 701 2208053 (deutsch- und russischsprachig).

Bitte denken Sie auch daran, falls noch nicht geschehen, sich in die sog. ELEFAND-Liste  einzutragen, damit wir Sie bei Änderungen der Lage über weitere Maßnahmen unterrichten können.

Schließlich: Ist Ihnen bekannt, dass Sie in Kontakt mit einer infizierten Person standen oder weisen Sie selbst Symptome der Erkrankung auf, wenden Sie sich umgehend an die kasachischen Gesundheitsbehörden unter der +7 7172 768043 oder 1406. Ein Teil der Mitarbeiter dort spricht Englisch.

In Notfallsituationen erreichen Sie auch das Krisenreaktionszentrums des Auswärtigen Amtes in Berlin: + 49 30 18 17 0

Mit unseren besten Wünschen an Sie und Ihre Angehörigen. Bleiben Sie vor allem bei guter Gesundheit!

Ihr Botschafter Dr. Tilo Klinner und

Ihre Generalkonsulin Christiana Markert

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