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Staatsangehörigkeit

Staatsangehörigkeitsausweis

Staatsangehörigkeitsausweis, © Ute Grabowsky / photothek.net

01.12.2017 - Artikel

Staatsangehörigkeit

In der Republik Kasachstan erfolgte im Oktober 2004 eine Änderung des kasachischen Staatsangehörigkeitsrechts. Wer die Staatsangehörigkeit eines anderen Staates erwirbt, verliert die kasachische Staatsangehörigkeit. Dabei macht das kasachische Recht keinerlei Einschränkungen hinsichtlich des Artes des Erwerbs der fremden Staatsangehörigkeit.

Tritt der Verlust ein, so ist derjenige, der die deutsche Staatsangehörigkeit erworben hat, nur noch deutscher Staatsangehöriger. Personen, die dennoch weiterhin in ihrem Besitz befindliche kasachische Ausweisdokumente verwenden, etwa zur Einreise nach Kasachstan, machen sich hierdurch entsprechend den Gesetzesvorschriften der Republik Kasachstan strafbar.

Bitte beachten Sie, dass ein Wiedererwerb der kasachischen Staatsangehörigkeit gegebenenfalls zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit führen kann, sofern es sich um einen Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit auf Antrag im Sinne des § 25 Abs. 1 StAG handelt.

Bitte informieren Sie sich frühestmöglich über die Rechtslage. Ausführliche Informationen erhalten Sie in dieser Rubrik.

Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit

Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht basiert grundsätzlich auf dem sogenannten Abstammungsprinzip. Dies bedeutet, dass die deutsche Staatsangehörigkeit vor allem aufgrund der Abstammung von einem deutschen Elternteil erworben wird. Sofern Sie als Eltern nicht verheiratet sind und nur der Vater deutscher Staatsangehöriger ist, erwirbt das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit nur dann, wenn der Vater seine Vaterschaft nach deutschem Recht wirksam anerkennt.

Wichtiger Hinweis: Bei Geburt im Ausland erwerben Kinder, deren deutsche Eltern oder deutscher Elternteil nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurde(n) und zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes ihren/ seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben/ hat, nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sie durch Geburt eine ausländische Staatsangehörigkeit erwerben.

Nur wenn die Eltern innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes beim zuständigen Standesamt in Deutschland oder bei der zuständigen Auslandsvertretung einen Antrag auf Beurkundung der Geburt des Kindes im Geburtenregister stellen, erwirbt das Kind rückwirkend zum Zeitpunkt seiner Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit.

Einbürgerung

Nachfolgend finden Sie Informationen zu den verschiedenen Einbürgerungsverfahren auf Grundlage der §§ 13, 14 StAG.

Grundsätzlich gilt, dass ein Ausländer, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt seit 8 Jahren rechtmäßig in Deutschland hat, die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben kann, wenn er:

  • über ausreichende Deutschkenntnisse verfügt und
  • keine Straftaten begangen hat und
  • in der Lage ist, sich und seine Angehörigen selbst zu versorgen, d.h. keine Sozialleistungen in Anspruch nimmt.

Die Einbürgerung in den deutschen Staatsverband setzt in aller Regel voraus, dass der Einbürgerungsbewerber seine bisherige Staatsangehörigkeit aufgibt (Ausnahmen bestehen, wenn der Einzubürgernde Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der EU oder der Schweiz ist).

Bei gewöhnlichem Aufenthalt im Ausland kann eine Einbürgerung unter den oben genannten Voraussetzungen erfolgen, wenn zusätzlich ein Interesse der Bundesrepublik Deutschland an der Einbürgerung besteht und der Nachweis vorliegt, dass besondere Bindungen an Deutschland bestehen. Auch hier muss die bisherige Staatsangehörigkeit in der Regel aufgegeben werden.

Bei dem Verfahren handelt es sich um eine Ermessensentscheidung. Die Anforderungen sind besonders hoch und die Einbürgerung erfolgt nur ausnahmsweise.

Der Antrag auf Einbürgerung ist über die zuständige deutsche Auslandsvertretung beim Bundesverwaltungsamt zu stellen. Das Verfahren ist gebührenpflichtig.

Weiterführende Informationen, Merkblätter und Antragsformulare finden Sie auf der Webseite des Bundesverwaltungsamtes. Informationen des Bundesverwaltungsamts zur Einbürgerung

Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit (Staatsangehörigkeitsausweis)

Im Verfahren auf Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweises wird festgestellt, ob die Antragsteller bereits deutsche Staatsangehörige sind. Zuständige Staatsangehörigkeitsbehörde für Deutsche, die im Ausland leben, ist das Bundesverwaltungsamt (BVA) in Köln. Die Auslandsvertretungen können nicht rechtsverbindlich feststellen, ob die deutsche Staatsangehörigkeit gegeben ist. Ein deutscher Personalausweis/Reisepass ist kein Beweis der deutschen Staatsangehörigkeit.

Der häufigste Erwerbsgrund für die deutsche Staatsangehörigkeit ist die Abstammung von deutschen Vorfahren. Viele Ereignisse im Leben des Antragstellers und seiner Vorfahren können für den Erwerb und den Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit von Bedeutung sein. Dabei kann es sich um familiäre Ereignisse (z.B. Geburt oder Eheschließung) und politische bzw. rechtliche Entwicklungen (z.B. Sammeleinbürgerungen während des 2. Weltkrieges oder der Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit) handeln.

Im Feststellungsverfahren ist die deutsche Staatsangehörigkeit durch entsprechende Unterlagen glaubhaft zu machen (Personenstandsurkunden, Wohnsitznachweise o.ä.). Kommt die Prüfung zu einem positiven Ergebnis wird ein Staatsangehörigkeitsausweis ausgestellt.

Sollte Ihre Auslandsvertretung Ihnen die Durchführung eines Feststellungsverfahrens empfohlen haben, machen Sie sich bitte mit den Hinweisen des Bundesverwaltungsamts zu Unterlagen und Ausfüllhinweisen vertraut. Die geforderten Unterlagen können Sie bei Ihrer örtlich zuständigen deutschen Auslandsvertretung einreichen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie über den allgemeinen Auskunftsdienst des Bundesverwaltungsamts für Personen aus Armenien, Aserbaidschan, Estland, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Lettland, Litauen, Republik Moldau, Polen, Russische Föderation, Tadschikistan, Turkemnistan, Ukraine, Usbekistan, Weißrussland

Telefon: 0228 99-358-4488 oder 0221-758-4488

Telefax: 0228 99-358-2846 oder 0221-758-2846

zentrale E-Mail-Adresse (staatsangehoerigkeit@bva.bund.de)

Negativbescheinigung

Wenn Sie im Ausland leben und eine Bescheinigung benötigen, dass Sie nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, kann das Bundesverwaltungsamt in Köln auf Antrag eine sogenannte Negativbescheinigung ausstellen.

Bitte lesen Sie die im Merkblatt des Bundesverwaltungsamts enthaltenen Informationen aufmerksam, bevor Sie einen Antrag stellen.

Merkblatt des Bundesverwaltungsamts zur Negativbescheinigung

Bitte geben Sie in Ihrem Antrag Ihre Telefonnummer und E-Mail-Adresse an, damit wir Sie kontaktieren können.

Antragsformular

Weiterführende Informationen erhalten Sie über den allgemeinen Auskunftsdienst des Bundesverwaltungsamts für Personen aus Armenien, Aserbaidschan, Estland, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Lettland, Litauen, Republik Moldau, Polen, Russische Föderation, Tadschikistan, Turkemnistan, Ukraine, Usbekistan, Weißrussland

Telefon: 0228 99-358-4488 oder 0221-758-4488

Telefax: 0228 99-358-2846 oder 0221-758-2846

zentrale E-Mail-Adresse (staatsangehoerigkeit@bva.bund.de)

Verlust

Verlust durch Annahme einer fremden Staatsangehörigkeit

Der häufigste Verlustgrund der deutschen Staatsangehörigkeit ist der Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit auf eigenen Antrag.

Für in Kasachstan wohnhafte Deutsche, die auf eigenen Antrag die kasachische Staatsangehörigkeit erworben haben, bedeutet dies: Mit dem Erwerb der kasachischen Staatsangehörigkeit geht die deutsche Staatsangehörigkeit regelmäßig verloren, wenn nicht zuvor eine Beibehaltungsgenehmigung erteilt wurde.

Grundsätzlich kann eine Beibehaltungsgenehmigung nur erteilt werden, wenn das Staatsangehörigkeitsrecht des Staates, dessen Staatsangehörigkeit erworben werden soll, Einbürgerungen unter Hinnahme von Mehrstaatigkeit vorsieht. Nach Kenntnis der Auslandsvertretungen  ist im kasachischen Staatsangehörigkeitsrecht bei Einbürgerungen in den kasachischen Staatsverband Mehrstaatigkeit regelmäßig nicht vorgesehen.

Nach der Einbürgerung geborene Kinder erwerben nach erfolgter Einbürgerung nicht mehr die deutsche Staatsangehörigkeit vom vormals deutschen Elternteil. Umgekehrt gilt, dass Kinder bei Geburt vor dem Einbürgerungstermin des Elternteils die deutsche Staatsangehörigkeit regelmäßig erworben haben.

Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit eines minderjährigen Kindes tritt dagegen regelmäßig nicht ein, wenn das Kind über seine Eltern automatisch mit eingebürgert wird. Dies ist nach Kenntnis der Botschaft nicht die Praxis in Kasachstan.

Verlust durch Eintritt in ausländische Streitkräfte

Grundsätzlich gilt für alle Personen, die sowohl die deutsche als auch eine andere Staatsangehörigkeit besitzen, dass sie ihre deutsche Staatsangehörigkeit verlieren, wenn sie freiwillig in die Streitkräfte ihres anderen Heimatlandes eintreten. Dies gilt also nicht bei Pflichtwehrdienst.

Die deutsche Staatsangehörigkeit geht nicht verloren, wenn der Betreffende zuvor die Erlaubnis des Bundesministeriums der Verteidigung eingeholt hat oder aufgrund eines bilateralen Vertrages zum Eintritt in die fremden Streitkräfte berechtigt ist.

Verzicht/ Entlassung

Verzicht auf deutsche Staatsangehörigkeit bei Einbürgerung in Russland

Wenn Sie in Kasachstan leben, neben der deutschen auch die kasachische (oder eine andere) Staatsangehörigkeit besitzen und auf die deutsche verzichten wollen, müssen Sie hierfür einen Verzichtsantrag stellen.
Das Bundesverwaltungsamt in Köln als für im Ausland lebende Deutsche zuständige Staatsangehörigkeitsbehörde prüft die Anträge. Mit Aushändigung der Verzichtsurkunde durch die Auslandsvertretung wird der Verzicht wirksam. Bitte lesen Sie vor Antragstellung die Hinweise des Bundesverwaltungsamts
Erklärung über den Verzicht auf die deutsche Staatsangehörigkeit

Entlassung aus der deutschen Staatsangehörigkeit

Deutsche Staatsangehörige, die keine weitere Staatsangehörigkeit besitzen, können aus ihrer Staatsangehörigkeit entlassen werden, um sich in Kasachstan einbürgern zu lassen. Kasachstan setzt nach Kenntnis der deutschen Auslandsvertretungen die Zusage der deutschen Behörden über die Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit vor der Einbürgerung voraus. Vor Entlassung aus der deutschen Staatsangehörigkeit müssen die zuständigen kasachischen Behörden zugesichert haben, dass die Einbürgerung nach Entlassung erfolgen wird, da der deutsche Staatsangehörige nicht staatenlos werden darf. Die Entlassung wird wirksam mit Aushändigung der Entlassungsurkunde. Bitte lesen Sie vorab die Hinweise des Bundesverwaltungsamtes
Antrag auf Entlassung aus der deutschen Staatsangehörigkeit

Kontaktformular

Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht ist komplex und war in den letzten Jahren zahlreichen Änderungen unterworfen. Wir haben Ihnen die wichtigsten Eckpunkte des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts zusammengestellt. Bei Detailfragen setzen Sie sich bitte mit der für Ihren Wohnort zuständigen deutschen Auslandsvertretung in Verbindung.

Kontaktformular

Informationen zum Datenschutz

Das Auswärtige Amt verwendet in Staatsangehörigkeitsangelegenheiten Ihre personenbezogenen Daten. Personenbezogene Daten sind alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen. Um Sie über die Datenverarbeitung aufzuklären und unserer Informationspflicht gemäß Art. 13 DS-GVO nachzukommen, können Sie Ihre Rechte und die Kontaktdaten des Datenschutzbeauftragten der Auslandsvertretung diesem Merkblatt entnehmen.

 

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