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Familienangelegenheiten

Auf dem Foto sind Vater, Tochter, Sohn und Mutter vor einem Sofa auf dem Boden sitzend, abgebildet.

vierköpfige Familie, © Colourbox

23.05.2019 - Artikel

Beurkundung einer Auslandsgeburt und Namenserklärung

Wichtiger Hinweis

Bei Geburt im Ausland erwerben Kinder, deren deutsche Eltern oder deutscher Elternteil nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurde(n) und zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes ihren/ seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben/ hat, nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sie durch Geburt eine ausländische Staatsangehörigkeit erwerben.

Nur wenn die Eltern innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes beim zuständigen Standesamt in Deutschland oder bei der zuständigen Auslandsvertretung einen Antrag auf Beurkundung der Geburt des Kindes im Geburtenregister stellen, erwirbt das Kind rückwirkend zum Zeitpunkt seiner Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit.

Beurkundung der Geburt des Kindes

Ist Ihr Kind außerhalb Deutschlands geboren, können Sie bei Ihrer deutschen Auslandsvertretung die Geburt Ihres Kindes nachbeurkunden, sofern ein Elternteil deutscher Staatsangehöriger ist. Die Auslandsvertretung leitet den Antrag auf Nachbeurkundung der Geburt an das zuständige deutsche Standesamt weiter, das dann die Geburt beurkundet und eine deutsche Geburtsurkunde ausstellt.

Sie sind grundsätzlich nicht verpflichtet, die Geburt in Deutschland beurkunden zu lassen. Auch eine ordnungsgemäße kasachische Geburtsurkunde mit Apostille und Übersetzung beweist die Tatsache der Geburt. Sind Sie jedoch nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren und haben Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland, ist die Beurkundung der Geburt im deutschen Geburtenregister notwendig, damit Ihr Kind die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt.

Der Vorteil einer Nachbeurkundung in Deutschland besteht darin, dass Sie jederzeit beim zuständigen deutschen Standesamt deutsche Geburtsurkunden in beliebiger Zahl bestellen können, die im deutschen Rechtsverkehr ohne weitere Formalitäten gültig sind und volle Beweiskraft erbringen. Deutsche Geburtsurkunden auf internationalem Vordruck werden auch in vielen europäischen Staaten ohne Apostille oder Legalisation anerkannt.

Namenserklärung

Wenn Sie für das Kind einen deutschen Reisepass beantragen wollen, stellt sich in bestimmten Fallkonstellationen heraus, dass das Kind nach deutschem Recht noch keinen Familiennamen führt oder der Name des Kindes nach deutschem Recht vom Eintrag in der ausländischen Geburtsurkunde abweicht.

In diesen Fällen kann eine (einheitliche) Namensführung erst erreicht werden, wenn Sie eine Namenserklärung abgeben. Die Auslandsvertretung leitet die Namenserklärung an das zuständige deutsche Standesamt weiter. Die Namenserklärung kann bei gleichzeitiger Beantragung einer deutschen Geburtsurkunde oder als reine Namenserklärung abgegeben werden. 

Vorgehensweise zur Abgabe einer Namenserklärung oder zur Beantragung einer deutschen Geburtsurkunde

Die Abgabe einer Namenserklärung oder die Beantragung einer deutschen Geburtsurkunde ist erst nach vorheriger Terminvereinbarung mit Ihrer zuständigen Auslandsvertretung möglich. Zuständig für die Annahme und Bearbeitung Ihrer Erklärung ist die Auslandsvertretung, in deren Amtsbezirk Sie Ihren Lebensmittelpunkt haben. In Kasachstan sind das die Botschaft in Nur-Sultan oder das Generalkonsulat in Almaty. Eine Übersicht über die Amtsbezirke finden Sie hier.

Der Antrag auf Nachbeurkundung der Geburt oder die Erklärung zur Namensführung wird durch die zuständige Auslandsvertretung entgegengenommen und an das zuständige Standesamt in Deutschland weitergeleitet. Sofern ein Elternteil einen Wohnsitz in Deutschland hat, ergibt sich hieraus die Zuständigkeit. Andernfalls ist das Standesamt I in Berlin zuständig.

Zur Beantragung sollen alle sorgeberechtigten Elternteile persönlich erscheinen. Ab dem 14. Lebensjahr muss das Kind der Namenserklärung zustimmen und muss deshalb zur Unterschriftsbeglaubigung persönlich erscheinen. Wenn Sie gleichzeitig einen Pass für Ihr Kind beantragen, muss das Kind ebenfalls persönlich zur Identitätsüberprüfung erscheinen.

Die Bearbeitungsdauer ist von Standesamt zu Standesamt unterschiedlich und kann von der Auslandsvertretung nicht beeinflusst werden. Die Namensführung wird im Regelfall nach wenigen Wochen bestätigt. Die Bearbeitung des Antrags auf Ausstellung einer deutschen Geburtsurkunde kann mehrere Monate dauern. Die zuständige Auslandsvertretung wird Sie informieren, sobald die Namenserklärung oder die Beantragung der Geburtsurkunde abgeschlossen ist.

Die antragsbegründenden Unterlagen sowie die zu entrichtende Gebühr können Sie dem Merkblatt entnehmen.

Adoption

Wenn Sie den Wunsch hegen, ein Kind aus Kasachstan zu adoptieren, sollten Sie sich an eine anerkannte Adoptionsvermittlungsstelle werden. Diese wird Sie bezüglich der Prozesse beraten und bei Ihrem Vorhanden unterstützen. Die für Adoptionen zuständige nationale Behörde Kasachstans ist das „Children Rights Protection Committee“ des Bildungsministeriums in Nur-Sultan.

Eine Adoption nach kasachischem Recht ist in der Regel eine Volladoption und qualifiziert zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit bei minderjährigen Kindern. Nach erfolgter Adoption kann zur Ausreise nach Deutschland ein deutscher Reisepass bzw. Kinderreisepass für das Kind beantragt werden. Zur Beantragung des Passes muss der Gerichtsbeschluss über die Adoption und die Adoptionsurkunde vorgelegt werden.

Im Verhältnis zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Kasachstan gilt das Haager Übereinkommen vom 29.05.1993 über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption seit März 2010. Nach erfolgter Adoption wird durch die kasachischen Behörden eine Bescheinigung gem. Art. 23 des zuvor genannten Abkommens ausgestellt. Diese Bescheinigung muss ebenfalls zur Passbeantragung vorgelegt werden. Sollte diese Bescheinigung nicht ausgestellt werden, muss die Adoptionsanerkennung bei dem zuständigen deutschen Gericht beantragt werden. Bei Fragen diesbezüglich können Sie sich über das Kontaktformular direkt an die für Sie zuständige Auslandsvertretung wenden.

Eheschließung

Wirksamkeit einer im Ausland geschlossenen Ehe

Grundsätzlich wird eine im Ausland geschlossene Ehe in Deutschland als wirksam angesehen, wenn die für die Eheschließung geltenden gesetzlichen Bestimmungen im Land der Eheschließung eingehalten worden sind. Ein Verfahren für die förmliche Anerkennung einer im Ausland geschlossenen Ehe in Deutschland gibt es nicht.

Bitte wenden Sie sich an das kasachische Standesamt, falls die Ehe in Kasachstan geschlossen werden soll. Dort erhalten Sie Informationen zu allen Dokumenten, die für eine Eheschließung in Kasachstan benötigt werden. Alle deutschen Urkunden müssen in der Regel durch die zuständige deutsche Behörde apostilliert werden und mit russischer oder kasachischer Übersetzung vorgelegt werden.

Die nach der Eheschließung ausgestellte kasachische Heiratsurkunde muss zur Vorlage bei einem deutschen Standesamt am Wohnsitz des deutschen Ehepartners oder bei anderen deutschen Behörden mit einer Apostille versehen und übersetzt werden.

Ehefähigkeitszeugnis

Zur Eheschließung vor einem kasachischen Standesamt kann von deutschen Staatsangehörigen unter anderem ein Ehefähigkeitszeugnis verlangt werden. Das Ehefähigkeitszeugnis bescheinigt die Tatsache, dass nach deutschem Recht der beabsichtigten Eheschließung keine bekannten Ehehindernisse entgegenstehen.

Das Ehefähigkeitszeugnis wird ausgestellt vom Standesbeamten des derzeitigen bzw. letzten deutschen Wohnsitzes. Bestand bisher kein deutscher Wohnsitz, so ist das Standesamt I in Berlin zuständig. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem zuständigen Standesamt, welche Unterlagen Sie und Ihr/e Verlobte/r vorlegen müssen.

Der Antrag auf Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses kann bei den deutschen Auslandsvertretungen in Kasachstan gestellt werden, wenn die antragstellende Person ihren/seinen gegenwärtigen Wohnsitz im Amtsbezirk einer Auslandsvertretung hat. Der Antrag wird jedoch nur an das zuständige deutsche Standesamt weitergeleitet. Zur Ausstellung des Ehefähigkeitszeugnisses ist die Botschaft oder das Generalkonsulat nicht befugt. Aus Gründen der Zeit- und Kostenersparnis empfiehlt es sich jedoch, den Antrag direkt beim zuständigen deutschen Standesamt zu stellen.

Beurkundung einer im Ausland geschlossenen Ehe im deutschen Eheregister

Eine im Ausland geschlossene Ehe kann in einem deutschen Eheregister nachbeurkundet werden. Nach Abschluss des Verfahrens kann eine deutsche Heiratsurkunde ausgestellt werden.

Zuständig für die Beurkundung der Eheschließung ist das Standesamt, in dessen Zuständigkeitsbereich die antragstellende Person wohnt oder zuletzt gewohnt hat. Das Standesamt I in Berlin ist zuständig, wenn die antragstellende Person niemals in Deutschland wohnhaft war.

Die Registrierung der Ehe geschieht nur auf Antrag. Antragsberechtigt ist jeder Ehegatte. Der Antrag muss nicht gemeinsam gestellt werden, es sei denn es wird eine Erklärung zur Namensführung in der Ehe abgegeben. In diesem Fall müssen beide Ehegatten den Antrag unterschreiben.

Die antragsbegründenden Unterlagen sowie die zu entrichtende Gebühr können Sie dem Merkblatt entnehmen.

Ehescheidung

Ausländische Ehescheidung und ausländische Sorgerechtsentscheidungen für minderjährige Kinder werden in Deutschland nur anerkannt, wenn die zuständige deutsche Landesjustizverwaltung festgestellt hat, dass die Voraussetzungen für die Anerkennung vorliegen.

Über den Antrag auf Anerkennung einer ausländischen Ehescheidung entscheidet die Justizverwaltung des deutschen Bundeslandes, in dem einer der früheren Ehegatten seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Hat keiner der früheren Ehegatten seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, so ist der Antrag bei der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz in Berlin zu stellen. Das Antragsformular sowie weitere hilfreiche Informationen finden Sie auf der Webseite der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz in Berlin.

Den Antrag können Sie entweder direkt bei der für die Anerkennung zuständigen Stelle, bei dem für Sie zuständigen deutschen Standesamt oder bei der Botschaft Nur-Sultan bzw. dem Generalkonsulat Almaty einreichen. Für die Antragsannahme und Weiterleitung fallen bei der zuständigen Auslandsvertretung Gebühren an.

Rente

Die Botschaft kann in Rentenangelegenheiten keine Beratung anbieten. Hierfür wenden Sie sich bitte direkt an Ihren Träger. Die unten aufgeführten Amtshandlungen in Rentenangelegenheiten erfolgen durch die zuständige Auslandsvertretung kostenfrei.

Lebensbescheinigungen

Rentenempfänger/innen müssen der Rentenversicherung in der Regel einmal jährlich eine Lebensbescheinigung übersenden. Die Beglaubigung kann nach vorheriger Terminabsprache durch die Botschaft oder das Generalkonsulat erfolgen.

Nähere Informationen sowie Formulare finden Sie auf der Website der Deutschen Rentenversicherung.

Beitragserstattungen

Personen, die in Deutschland einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen sind, aber nun ihren Aufenthalt im Ausland haben, können im Einzelfall einen Antrag auf Beitragserstattung stellen. Zuständig ist der jeweilige deutsche Versicherungsträger. Die Beglaubigung kann nach vorheriger Terminabsprache durch die Botschaft erfolgen.

Nähere Informationen sowie Formulare finden Sie ebenfalls auf der Website der Deutschen Rentenversicherung.

Sterbefälle

Bitte beachten Sie diesbezüglich die Hinweise unter der Rubrik „Hilfe für deutsche Staatsangehörige“

 

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